Davos 2026 – was bleibt wirklich hängen für Unternehmer:innen und Boards? 

Blogs, Board Advisory

Verfasst von Martin Wilderer

Zwei Beobachtungen aus Davos sind für mich zentral: 

  • Geopolitik hat eine neue Qualität erreicht. 
    Es geht längst nicht mehr nur um Zölle, sondern um neue Partnerschaften, Machtblöcke und Abhängigkeiten. 
  • Europa hat Stellung bezogen. 
    Ob daraus nachhaltige Stärke entsteht, wird sich zeigen, aber der Wille zur Bewegung ist spürbar. 

So what – was heißt das für uns konkret? 

  • Wenn sich die letzten Jahre dynamisch angefühlt haben, bleibt das vorerst so. 
    Die Planung wird nicht einfacher, sondern anspruchsvoller. 
  • Einmal im Jahr Strategie-Workshop reicht nicht mehr. 
    Sich täglich verrückt zu machen, hilft aber auch niemandem. 

Wie kann man damit umgehen – ganz praktisch? 

Konsequent am Unternehmen arbeiten!
Nicht täglich im Detail, aber strukturiert und regelmäßig. 
In unsicheren Zeiten keine Richtung zu haben, ist gefährlicher als die „falsche“ Richtung zu wählen. 

Lean & Agile auf Board-Ebene denken: 

  • Große Unsicherheit in kleine, überprüfbare Schritte übersetzen 
  • Hypothesen definieren und für eine gewisse Zeit stabil halten, um handlungsfähig zu bleiben 
  • Regelmäßig prüfen: Was hat sich wirklich verändert? Welche Annahme trägt nicht mehr? 
  • Szenarien vorarbeiten und bewusst „in die Schublade legen“, um bei Bedarf schnell reagieren zu können 
  • Nicht alles alleine lösen. 
    Unterschiedliche Perspektiven helfen. Besonders, wenn sie strukturiert gemeinsam diskutiert werden. 
    Deshalb: Weniger Einzelgespräche und mehr moderierte Debatte, denn die Wahrheit liegt oft zwischen den Argumenten. 

Am Ende geht es nicht darum, perfekte Antworten zu finden. 
Ziel ist die kontinuierliche Entscheidungsfähigkeit. 

Oder anders gesagt: 
Die Gewinner dieser Phase sind nicht diejenigen mit den besten Prognosen, 
sondern jene mit der besten Entscheidungsroutine. 

Bei Board Advisors nennen wir es das Dynamische Board oder Board 2.0
Der Name ist zweitrangig. Entscheidend ist, nicht in Schockstarre zu verfallen, sondern gerade jetzt anzupacken. 

Insbesondere dann, wenn es den Eindruck macht, dass Europa die Ärmel hochkrempelt. Unternehmer:innen und Boards sind gefragt. 

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